MARKELSHEIMER KUNSTHÄUSLE - ATELIER MRG

 

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Tunnelpfiff

 

Untergrund-Kämpfer oder: Sieg für Märklin

 

Wir Modellbahner führen als eher friedfertige Spezies mitunter ein Schattendasein. Gar süffisant als „langweilige Kellerhocker“ tituliert, erreichen wir auf der Bewertungsskala unserer vom Bahn-Virus nicht infizierten Zeitgenossen zumeist keine sonderlich hohe Punktezahl. Wenn der Mann von Welt seine Freizeit in Bars verbringt und beim anderen Geschlecht aufreißerische Erfolge verbucht, erarbeitet sich der Modellbahner mit Akribie Baufortschritte seiner heilen Welt im Kleinformat. Dass dies nicht nur in Einsamkeit geschehen muss, beweist der flächendeckende Erfolg diverser Modelleisenbahner-Vereinigungen. Für schmunzelnd Außenstehende bewahrt jene Form der Vereinsmeierei tatsächlich den Anschein totaler Harmonie. Doch Insider wissen es besser: Hier ist das berühmte „Kind im Manne“ im Spiel – und letzteres treibt mitunter bizarre Blüten: So avanciert die Miniaturwelt ohnehin mindestens zur imaginären Realität – und in Modelleisenbahnclubs nicht selten zum Schlachtfeld menschlicher – ja männlicher – Exzesse. Eine dem typischen Rudelverhalten gehorchende Rangordnung kristallisiert sich schließlich auch unter braven Hobbyeisenbahnern heraus, da besteht kein Zweifel. Und wenn dann gar mehrere rivalisierende „Alphatiere“ gleichzeitig die übrige Meute mittels dominanter Gebaren in Schach halten wollen, kann es mitunter auch bei den Göttern der Miniaturwelten heftig gewittern. So konnte ich in einem Modellbahnverein sogar erleben, wie zwei gestandene Männer in derbe physische Auseinandersetzung gerieten. Fast unglaublich, aber doch wahr: Grund für die primitiven Streitigkeiten war die alte Frage, welches System denn nun mehr Vorteile böte – Märklin oder Fleischmann, sprich Zweileiter-Gleichstrom… So unterstrich der nach längerer Diskussion bereits vor Wut überschäumende eine Streithahn seine Meinung schließlich mit einem kraftvollen Faustschlag, der den Gegner sein Gleichgewicht verlieren ließ und folglich gegen die vereinseigene H0-Anlage warf. Doch konnte der geschlagene Herr diese Schmach selbstverständlich nicht auf sich sitzen lassen, immerhin hatte er seine gekränkte Ehre als Ingenieur ritterlich zu verteidigen. Somit fackelte er nicht lange und rammte unter Anlauf mit dem Kopf voran den Magen seines Peinigers, was diesen gegen die Vitrine mit der clubeigenen Fahrzeugsammlung schmetterte… Fazit des reichlich spätpubertären Ausbruchs: Märklin hatte gewonnen – diesmal zumindest! – Mein bis dato gefestigter Glaube an den Modellbahner als gutmütigen Menschen schlechthin wurde allemal schwer erschüttert. Doch munkelt man, die Bereitschaft zur Entladung niederer Instinkte entschärfe sich spürbar, sobald Frauen mit von der Partie wären. In diesem Sinne, liebe männliche Leser: Begeistern Sie Ihre Gattinnen für den Landschafts- oder Baummodellbau! In einem Modelleisenbahnclub könnte dies durchaus Ihrer eigenen Sicherheit dienen…

 

 

Michael Robert Gauß

 

 

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Stand: 05. Juni 2007